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Wieker Badeanstallt feiert 110jähriges Bestehen und erstrahlt im neuen Glanz
22/06/2019

Als das Baden Ende des 19. Jahrhunderts Mode wurde, entstand auch in Wiek, einem
betuchten Fischerort mit vielen Kapitänen und Geschäftsleuten, um 1909 eine Badeanstalt. Wie die historischen Postkarten aus dieser Zeit belegen, erfreuten sich die
Badebrücke und das Badehäuschen den Wieker und ihren Sommer-gästen großer Beliebtheit.

Nach dem Krieg gab es immer noch um die 30 Umkleidekabinen, für die man als Erwachsener zwanzig Pfenning pro Tag bezahlen mußte, Kinder zahlten die Hälfte. Eine Jahreskarte konnte zu dieser Zeit für 3 Mark erworben werden.

Mit dem Umbau und der Erweiterung des Wieker Hafens und der Wieker Bootswerft in
den 60er und 70er Jahren ver-schwand die Badestelle fast voll-ständig und geriet immer mehr in Vergessenheit. Nur die ältere Bevölkerung des Ortes, die während ihre Jugend und Kindheit die Badestelle aktiv genutzt hatte, brachte den Stein um 2004 wieder ins Rollen. Elfriede Langmann, Helga Bergemann, Annaliese Werner, Paula Koepke, Christoph Starker, Dieter Ahlgrimm sind nur einige Namen, deren Erinnerungen bei der Wiedereröffnung bei Badestelle berücksichtigt wurden.

Der Wieker Heimatverein, der im
Jahre 1992 gegründet wurde und sich zur Aufgabe gemacht hatte die Geschichte des Ortes in Form eines Museums zu verewigen, griff den Wunsch der Bevölkerung auf. Karl-
Heinz Walter, Vorsitzender des Heimatvereins, der in der Zeit von 1984-1999 auch Bürgermeister in Wiek war, hatte ein offenes Ohr für die Wünsche der Bürger und
engagierte sich aktiv für die Verschönerung und Erhaltung des Ortes. Im Archiv des Museums wurde man dann auch fündig und entdeckte alte Bauzeichnungen des Hafens und Postkarten mit der Badeanstalt. Allerdings war der finanzielle Rahmen von Anfang an
begrenzt und man entschied sich deshalb ausschließlich nur für eine Badetreppe mit Steg.

Die Umsetzung des gesamten Projektes erfolgte einschließlich durch Spenden aus der einheimischen Bevölkerung, ungefähr 3000 EUR kamen zusammen, die für die
Planung, Erbauung und Installation benötigt wurden. Die Mitglieder des Heimatvereins
gingen von Haus zu Haus, um über das Vorhaben zu sprechen und Gelder einzusammeln.

 

Den meisten gefiel die Idee einer Badetreppe, um sicher in tiefere Wasser zu gelangen,
außerdem lag die Badestelle direkt am Hafen, einem zentralen Anlaufspunkt für viele
Wieker.

Am 19. Juni 2006 war es dann soweit und die neue Badetreppe wurde feierlich
zusammen mit 150 Wiekern bei herrlichem Sonnenschein eingeweiht. Der damals
84jährige Annaliese Werner standen beim Durchschneiden des Bandes an diesem Tage die Freudetränen in den Augen. Endlich, war sie wieder für alle da – die Badestelle in Wiek.

Wind und Wetter sowie der Zahn der Zeit hatten der neuen-alten Treppe nach 13 Jahren zugesetzt, so daß die Sicherheit des Benutzens nicht mehr gesichert werden konnte.

Wieder war es der Heimatverein, der das Projekt einer neuen Badetreppe im letzten Jahr
auf seine Schultern lud. Es wurde schnell klar, daß Privatspenden allein für eine Erneuerung nicht ausreichen würden. Aber einfach nichts tun, kam nicht in Frage. Der
Heimatverein setzte alle Hebel in Bewegung und stellte unzählige Anträge zur Förderung und ging wieder von Haus zu Haus, um Spenden einzusammeln.

Nach 10 Monatenharter Arbeit sind fast alle Kosten gedeckt. Dank der Fördermittel von Bund und Land, den vielen Firmenspenden, sowie den vielen privaten Spenden aus der heimischen Bevölkerung und allen fleißigen Händen, die bei
dieser Umsetzung mitgeholfen haben, haben diese Erneuerung möglich gemacht.

Am Samstag, den 22. Juni um 15.00 Uhr war es wieder soweit, nach 13 Jahren wurde die alte Treppe durch eine neue Treppe ersetzt und das historische Ereignis des 110jährige Bestehens der Badestelle in Wiek mit allen Wiekern festlich gefeiert.